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Crew Rest Compartment

26 Apr

© flugdienstzeiten.deAls Crew Rest Compartment, CRC  ( auch “Crew Bunk “oder “Crew Rest” genannt) wird der, meist enge, aber von den Passagieren abgeschirmte Ruhebereich an Bord von manchen Langstrecken-Flugzeugen bezeichnet. Diese verfügen über zwei bis zu mehreren bettartige Liegen.  Sie können an verschiedenen Orten im Flugzeug eingebaut werden. Manche befinden sich in der normalen Passagierkabine, hier meist im hinteren Kabinenbereich oder direkt hinter dem Cockpit. Sie können auch als Teil der so genannten “Lower Deck Facilities” unterhalb der Passagierkabine fest installiert sein. Auch gibt es inzwischen häufig die so genannten “Dock-On Crew Rest Compartment”. Hierbei handelt es sich um eine Installation, die bei Bedarf im den Frachtraum eingebaut werden kann. In vielen Großraumflugzeuge kommen inzwischen auch so genannte  „Mobile Crew Rest“ Container zum Einsatz. Sie werden einfach in den Frachtraum eingeschoben und sind durch eine Bodenklappe von der Passagierkabine aus erreichbar.

Solche Lösungen sind seit einigen Jahren auf vielen Langstreckenflügen vorhanden, da die erhöhte Reichweite moderner Flugzeuge es ermöglicht, dass die gesetzlich erlaubte Arbeitszeit der Besatzungen deutlich überschritten werden kann. Daher müssen Piloten und Flugbegleiter während solcher Flüge die Möglichkeit haben auszuruhen. Dies ist besonders gefordert, um in vielen Ländern die vorgeschriebenen, arbeitsrechtlichen Bestimmungen einhalten zu können. Besonders bei Flügen, bei denen entweder eine erweiterte Cockpit-Besatzung (“Enlarged Cockpit Crew”, i.d.R. also drei Piloten) oder wegen der Flugdauer von knapp 18 Stunden sogar zwei vollständige Cockpit-Besatzungen zum Einsatz kommen (z.B. auf vielen Flügen von Europa nach Fernost und Australien, oder z.B. von Singapur nach New York) soll damit eine ausreichende Erholung der Crews sichergestellt werden.

Die jeweilige Ausgestaltung dieser “Crew Rest Compartments” ist vom Flugzeugtyp abhängig und von Airline zu Airline verschieden. Aber längst nicht alle Fluggesellschaften die Langstreckenflüge durchführen, haben solche abgetrennte Schlafkabinen. Die Air Berlin z.B. verfügt auf Ihren älteren Langstrecken-Maschinen vom Typ Airbus A330 über keine Crew Rest Compartments.

Dort müssen die Piloten auf einen sogenannten “Crew Rest”, also eine durch einen Vorhang von den Passagieren abgetrennte  Sitzreihe in der so genannten “Comfort-Class” zurückgreifen. Hinsichtlich der Neuregelung der Flugdienstzeiten durch die EASA ist sogar angedacht, zukünftig zuzulassen, dass gerade auf Flugzeugen, die nur über eine Economy-Class Bestuhlung verfügen, sich die Piloten auf einer normalen 3-er Economy-Sitzreihe ausruhen sollen. Jeder, der das schon einmal versucht hat weiß, das dies allein wegen der Ergonomie der Sitze unmöglich ist. Auch gibt es dafür überhaupt keine richtigen Anschnallgurte was insbesondere bei Turbulenzen zu einem erheblichen Risiko für die körperliche Unversehrtheit führen kann.

 

 

 

24.04.2012: Frankfurt – Chicago

24 Apr

24.04.2012         FRA-ORD

06:00 Uhr: Der Wecker klingelt! Aufstehen und die Kinder aus dem Bett holen, sie müssen in die Schule.

06:30 Uhr: Frühstück, Pausenbrote für die Kids schmieren und ein extra starker Milchkaffee für meine Frau.

07:00 Uhr: Kinder in die Schule verfrachten, meine Frau zu ihrem Job fahren.

08:30 Uhr: wieder zuhause. Das “Schlachtfeld” in der Küche beseitigen. Bin zu wach um mich wieder hinzulegen. Außerdem werden in der Straße neue Gasleitungen verlegt. Warum man dafür eine ausgewachsenen Riesenbagger braucht, ist mir schleierhaft…

10:00 Uhr: Uniform-Hemden bügeln, Koffer packen und ans Internet. Muss mich für den heutigen Nachtflug von Frankfurt (FRA) in die USA nach Chicago O’Hare (ORD), einem der am stärksten frequentierten Flughäfen der Welt, vorbereiten. Die reine Flugzeit wurde für uns heute mit 8 Stunden 30 berechnet. Das Wetter in Frankfurt, auf der Strecke und in Chicago sieht bisher gut aus. Aufgrund des Jetstreams kann es im Verlauf des Fluges zu Turbulenzen kommen. Na ja.

12:00 Uhr: ein kleines Mittagessen, vielleicht kann ich mich ja doch noch mal hinlegen und etwas vorschlafen.

13:00 Uhr: liege im Bett zu einem kleinen Napping, klappt aber nicht.

15:00 Uhr: duschen, rasieren, anziehen und die Sachen ins Auto packen.

15:50 Uhr: Abfahrt nach Frankfurt zum Einsatz. War gut, dass ich etwas früher los bin, auf der Autobahn Stau wegen eines Unfalls.

17:50 Uhr: Checkin. Treffe die Kollegen. Wir holen uns noch aktuelle Wetterdaten, besprechen die Route und die Einteilung der Pausen. Wir sind zum Glück zu Dritt unterwegs. Dann Briefing mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Kabine. Noch ein schnelles Sandwich und einen Schokoriegel aus der Kantine und ein starker Kaffee aus dem Automaten. Im Anschluß: Transfer zum Flieger.

19:40 Uhr: Alle Vorbereitungen abgeschlossen, die Passagiere kommen an Bord. Wir haben “Full House”.

20:20 Uhr: Off Blocks, wir stossen zurück und dürfen die Triebwerke anlassen. Genau pünktlich, die Stimmung im Cockpit ist gut, auch bei den beiden Kollegen. Bin heilfroh, dass wir zu Dritt sind.

22:20 Uhr: Wir erreichen die Oceanic Boundery, der First Officer hat die erste Pause bekommen, der Senior First Officer, weil er der fliegende Pilot ist, nimmt die 2. Pause. Für mich wird das eine lange Nacht.

23:10 Uhr: Irgendwo über dem Atlantik, der First Officer ist aus seiner Pause zurück, der Senior First Officer hat sich gerade hingelegt. Wir fliegen in ein Gebiet mit leichten bis moderaten – wie es immer so schon heißt – Turbulenzen ein. Ich hab die Anschnallzeichen eingeschaltet und die Passagiere noch mal in einer direkten Ansage daran erinnert die Sitzgurte immer anzulegen. Hoffentlich machen es auch alle. Keinen Bock auf irgendeinen Zwischenfall. Meine Augen werden immer schwerer, lange halte ich das nicht mehr aus…