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	<title>Tagebuch eines Piloten</title>
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	<description>Charly Over’s Tagebuch</description>
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		<title>10.06.2012: OFF</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jun 2012 10:32:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>charly over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-237" title="bitte nicht stören" src="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg" alt="" width="219" height="209" /></a></p>
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		<title>09.06.2012: OFF</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jun 2012 10:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>charly over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-237" title="bitte nicht stören" src="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg" alt="" width="219" height="209" /></a></p>
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		<title>08.06.2012: New York &#8211; Frankfurt</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jun 2012 21:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>charly over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[08.06.2012: JFK-FRA 01:20 Uhr (19:20 Uhr lokal): Wieder zurück im Zimmer. Jetzt habe ich noch etwas mehr als 11 Stunden Zeit, bis der Wecker wieder klingelt. Eine gute Zeit um ins Bett zu gehen. So sollte ich für den Rückflug topp ausgeschlafen sein. 03:30 Uhr (21:30 Uhr lokal): Ich liege immer noch wach im Bett. Eigentlich ungewöhnlich, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>08.06.2012: JFK-FRA</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>01:20 Uhr</strong> (19:20 Uhr lokal): Wieder zurück im Zimmer. Jetzt habe ich noch etwas mehr als 11 Stunden Zeit, bis der Wecker wieder klingelt. Eine gute Zeit um ins Bett zu gehen. So sollte ich für den Rückflug topp ausgeschlafen sein.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03:30 Uhr</strong> (21:30 Uhr lokal): Ich liege immer noch wach im Bett. Eigentlich ungewöhnlich, sonst schlafe ich den USA immer recht früh ein.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>11:00 Uhr</strong> (05:00 Uhr lokal): Die letzte Stunde habe ich mich schon nur noch im Bett herumgerollt. Nun rächt sich, dass ich eigentlich ein Frühaufsteher bin. Meine &#8220;innere Uhr&#8221; ist noch nahe an der deutschen Zeit und da ist es nun mal 11:00 Uhr, eine Zeit zu der ich zu Hause schon lange wach bin. Wahrscheinlich habe ich so etwa 6 Stunden geschlafen. Schade, ich hatte auf mehr gehofft.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:30 Uhr</strong> (06:30 Uhr lokal): Der Wecker klingelt und am liebsten würde ich noch ein Stündchen Siesta halten, würde nach deutscher Zeit ja ganz gut passen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>13:30 Uhr</strong> (07:30 Uhr lokal): Der Crew-Transport wartet schon auf uns. Wir machen uns auf den Weg zum Flughafen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>14:15 Uhr</strong> (08:15 Uhr lokal): Auch für den Rückflug haben wir wieder bestes Wetter vorhergesagt bekommen. Wir bereiten den Flieger vor und versuchen etwas früher als geplant wegzukommen, um rechtzeitig vor dem Nachtflugverbot wieder in Frankfurt landen zu können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:10 Uhr</strong> (09:10 Uhr lokal): Die Abfertigung läuft bestens, alle Fracht-Container sind an Bord und wir können 20 Minuten früher los. Aber plötzlich ist schlagartig alles im Flieger dunkel, die Computer und die Bildschirme sind aus. Ein Kollege vom Bodenpersonal ist am Kabel für die externe Stromversorgung hängen geblieben und hat diese versehentlich vom Flieger abgezogen. Wir starten schnell unsere APU, die Hilfsturbine im Heck, um das Flugzeug eigenständig mit Strom versorgen zu können. Einige Informationen sind den Computern verloren gegangen und wir müssen diese wieder neu laden. Das Ganze kostet aber nur 5 Minuten, so dass wir immer noch vor der geplanten Zeit wegkommen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:30 Uhr</strong> (09:30 Uhr New York): Take-Off auf der Bahn 13L, langgezogene Linkskurve und dann Richtung Nordosten. Wir steigen auf 11300 Meter Flughöhe und genießen in den nächsten zwei Stunden die Aussicht auf die amerikanische &#8211; und dann die kanadische Ostküste.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>21:40 Uhr:</strong> Gerade fliegen wir bei Ostende über die Küste des europäischen Festlandes. Jetzt sind es nur noch 45 Minuten bis zur Landung. Da der Rückflug nach deutscher Zeit mitten am Tag liegt und auch nicht allzu lang ist, kann man ihn gut ohne Müdigkeit überstehen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:35 Uhr:</strong> Wir sind gerade in Frankfurt gelandet. Deutlich rechtzeitig vor dem Nachtflugverbot. Zwölf Minuten später stehen wir auf unserer Position und schalten die Triebwerke aus. Wir sind zufrieden: zwei Flüge ohne größere Zwischenfälle und alles pünktlich.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>23:25 Uhr:</strong> Nun sitze ich in meinem Auto und fahre nach Hause. Zum Glück habe ich es nicht so weit und werde somit kurz nach Mitternacht zu Hause ankommen. Wenn ich etwas Glück habe, ist meine Frau sogar noch ansprechbar, denn morgen ist Samstag, also Wochenende&#8230;</span></p>
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		<title>07.06.2012: Frankfurt &#8211; New York</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jun 2012 21:30:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>charly over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[07.06.2012: FRA-JFK 01:00 Uhr: Der Wecker klingelt. Zum Glück fällt mir frühes Aufstehen nicht schwer und so stehe ich drei Minuten später schon unter der Dusche. Ich habe sechs Stunden im Bett gelegen und davon etwa, zwar etwas unruhig, aber immerhin ca. fünf Stunden geschlafen. Vielen meiner Kollegen gelingt das um diese Uhrzeit nicht, von daher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #bb0303;"><strong>07.06.2012: FRA-JFK</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>01:00 Uhr:</strong> Der Wecker klingelt. Zum Glück fällt mir frühes Aufstehen nicht schwer und so stehe ich drei Minuten später schon unter der Dusche. Ich habe sechs Stunden im Bett gelegen und davon etwa, zwar etwas unruhig, aber immerhin ca. fünf Stunden geschlafen. Vielen meiner Kollegen gelingt das um diese Uhrzeit nicht, von daher habe ich heute beste Voraussetzungen für den kommenden Fracht-Flug nach New York. Schnell noch einen frischen Kaffee eingeworfen fahre ich zum Flughafen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03:15 Uhr:</strong> Ich stehe pünktlich um Viertel nach drei beim Briefing. Mein Kollege ist auch schon da und wir sehen uns die Unterlagen für den Flug an. Beste Bedingungen heute. Der Flieger hat keinerlei technische Einschränkungen und das Wetter ist nicht nur auf der Strecke, sondern auch am Zielflughafen hervorragend.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03:55 Uhr:</strong> Ankunft am Flieger. Heute muss mein Glückstag sein. Der Bodenmitarbeiter lässt mich wissen, dass wir mit keinerlei Verspätung zu rechnen haben. Es läuft wirklich alles &#8220;rund&#8221;. Zu unseren Arbeiten gehört es nun, das Flugzeug für den kommenden Flug vorzubereiten und alle Systeme auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:45 Uhr:</strong> Pünktlich werden wir von unserer Position zurückgeschoben und stehen dann um 5:00 Uhr, dem Ende des Nachtflugverbotes, zum Start bereit. Vor uns startet noch eine Boeing 767 auf der anderen Startbahn, dann geht es los. Da das Flugzeug heute nicht so schwer beladen ist, starten wir mit reduzierter Startleistung. Das schont die Triebwerke und reduziert auch den Lärmpegel.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>05:14 Uhr:</strong>  Wir durchbrechen die Wolkendecke und am Horizont lässt sich schon der herannahende Tag erahnen. Ein schöner Flug liegt vor uns. Die kommenden Stunden werden uns über England und Irland hinaus auf den Atlantik führen und dann an Halifax vorbei über Kanada entlang der Ostküste bis nach New York.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:12 Uhr:</strong> Für den Flug über den Atlantik bekommen wir vom Fluglotsen die gewünschte Flughöhe zugeteilt. Das ist wichtig, damit wir möglichst wenig Treibstoff verbrauchen. Alles läuft wie geschnürt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>07:55 Uhr:</strong> Wir nähern uns der Position 50 Grad Nord, 30 Grad West. Hier endet die Kontrolle des Luftraums durch die Europäer. Richtung Westen wird sie nun von den Kanadiern wahrgenommen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:07 Uhr:</strong> Nach der Positionsmeldung bei 30 Grad West fragt mich mein Kollege, ob er mal ein paar Minuten die Augen schließen könne, es fiele ihm schwer, gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Ich schaue zu ihm rüber und stelle fest, dass er schon ein bisschen in seinem Sitz nach unten gerutscht ist und sein Blick nicht mehr ganz so wach aussieht, wie zu Beginn des Fluges.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wir sprechen uns ab, dass er sich für 15 Minuten ausruhen kann. Dieses &#8220;Napping&#8221; ist ein Notverfahren, dass wir bei akut auftretender Übermüdung anwenden dürfen um die Aufmerksamkeit wieder zu steigern. Der Kollege bleibt in seinem Cockpitsitz, schaltet aber seine Kopfhörer aus. In dieser Zeit übernehme ich alle Aufgaben im Cockpit alleine. Schlafforscher sagen, dass man nach 15 Min. &#8220;Napping&#8221; wieder für ca. 2 Stunden fit ist.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:02 Uhr:</strong> Eben hatte ich Sekundenschlaf und das, obwohl ich mir sicher war, noch fit genug zu sein. Trotz meines relativ guten Schlafes vor dem Flug, macht sich nun auch bei mir das frühe Aufstehen bemerkbar. Da man mit dem Flugzeug nun mal nicht schnell auf einem Parkplatz rechts ranfahren kann wie beim Auto, mache auch ich, nachdem ich mich zuvor versichert habe, dass mein Kollegen wieder fit genug ist, von dem Napping-Verfahren gebrauch.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:00 Uhr: </strong>Der schönste Teil des Fluges beginnt. Long Island kommt in Sicht und wir werden in Kürze den Sinkflug einleiten. Das Wetter in New York ist grandios.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:32 Uhr:</strong> Wir beginnen unseren Anflug auf die Bahn 04R ohne Verzögerung. In New York ist es erst 6:32 Uhr Ortszeit und am Flughafen ist noch nicht so viel los.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:43 Uhr:</strong> Wir sind gelandet. Durch die Anspannung im Anflug und bei der Landung fühle ich mich jetzt wieder recht fit. Wahrscheinlich habe ich den Tiefpunkt auch bereits überwunden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:57 Uhr:</strong> Wir stehen auf unserer Parkposition. Nun schalten wir alle Systeme aus und erledigen den Papierkram. Danach müssen wir noch durchs Einreiseverfahren, was heute mal nicht so lange dauert. Es ist eben früh am Morgen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>13:18 Uhr</strong> (07:18 Uhr lokal in New York): Wir sind fertig nur leider ist unser Crew-Transport ins Hotel noch nicht da. Das ist nach einem so langen Flug ärgerlich, war aber heute ja das Einzige, das schiefgegangen ist. Auf der Fahrt ins Hotel schlafe ich ein. Da war ich wohl doch nicht mehr so fit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>14:07 Uhr</strong> (o8:07 Uhr lokal): Gut 12 Stunden, nachdem ich aufgestanden bin stehe ich in New York im Hotel und nehme meinen Zimmerschlüssel in Empfang. Nun stellt sich die Frage; wie den Tag gestalten? Gehe ich jetzt für ein paar Stunden ins Bett, kann ich heute Nacht vor dem Rückflug vielleicht nicht mehr anständig schlafen. Wir entscheiden uns beide dazu, gleich aufzubrechen und ein bisschen durch New York zu schlendern.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:30 Uhr</strong> (09:30 Uhr lokal): Nachdem wir bei strahlendem Sonnenschein über die traditionsreiche Brooklyn Bridge geschlendert sind, sitzen wir nun mit einem Kaffee in der Hand in einem der vielen Parks in New York und betrachten die vielen vorbeilaufenden Passanten. Der Himmel ist strahlend blau bei gut 20 Grad und ich genieße es einfach ein bisschen rumzusitzen und zu entspannen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>21:20 Uhr</strong> (15:20 Uhr lokal): Nach ein paar schönen Stunden in der Stadt und einem recht leckeren Mittagessen sind wir wieder zurück im Hotel. Ich lege mich ein bisschen aufs Bett um zu lesen, später schaue ich mir noch einen Film an.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>24:00 Uhr</strong> (18:00 Uhr lokal): Ich entschließe mich, nochmal kurz nach draußen zu gehen um in einem Internetcafé um die Ecke meine Emails zu checken und noch einen Kaffee zu trinken.</span></p>
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		<title>06.06.2012: OFF</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jun 2012 08:43:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-237" title="bitte nicht stören" src="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg" alt="" width="219" height="209" /></a></p>
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		<title>05.06.2011: Palma-Köln/Bonn &#8211; Frankfurt* OFF</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jun 2012 06:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[05.06.2012: PMI-CGN-FRA* dann OFF 00:15 Uhr: Das Napping war wenig erquicklich. Ich merke deutlich, wie mir die Augen schwer werden und ich etwas länger brauche um alles richtig zu erfassen. Jetzt heisst es alle Kräfte mobilisieren, in 25 Minuten beginnt unser Anflug auf Köln/Bonn. Zum Glück ist um diese Zeit nicht so viel Verkehr, wenn [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #bb0303;">05.06.2012: PMI-CGN-FRA* dann OFF</span></strong></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>00:15 Uhr:</strong> Das Napping war wenig erquicklich. Ich merke deutlich, wie mir die Augen schwer werden und ich etwas länger brauche um alles richtig zu erfassen. Jetzt heisst es alle Kräfte mobilisieren, in 25 Minuten beginnt unser Anflug auf Köln/Bonn. Zum Glück ist um diese Zeit nicht so viel Verkehr, wenn man von den Frachtfliegern einmal absieht. Aber das ist überschaubar.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>00:45 Uhr:</strong> Wir sind im Sinkflug. Über unser Bordtelex haben wir eine Mitteilung erhalten, dass mehrere Busse vor dem Terminal bereitstehen, die die Passagiere und uns nach Frankfurt bringen sollen. Allerdings haben wir in Köln eine Aussenposition, da unser Flug ja nicht geplant war und alle Gates am Terminal belegt sind.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>01:00 Uhr:</strong> Der Boden hat uns wieder. Wir rollen vorbei an der Frachtabfertigung, wo eifriger Betrieb herrscht. Überall werden Container und Paletten durch die offenen Frachttüren der dickbäuchigen Cargo-Maschinen geschoben. Kurz darauf erreichen wir unsere Parkposition. Hier stehen bereits Busse und Treppen bereit. Na wenigstens das hat geklappt! Als ich die Triebwerke abstelle merke ich wie müde ich jetzt doch bin. Ein prüfender Blick in Richtung meines Kollegen sagt mir, dass es ihm ähnlich geht. Ich schicke meiner Frau eine SMS, dass ich jetzt in Köln bin und wir uns dann auf den Weg machen. Kurz vor dem Abflug hatte ich ihr noch gesimst, dass wir nicht nach Frankfurt kommen. So weiss sie Bescheid und muss sich nicht unnötig Sorgen machen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>01:45 Uhr:</strong> Wir stehen im Terminal und fischen unsere Koffer vom Band. Einige Passagiere lassen erneut ihren Unmut an meinen Kollegen und mir aus. Ich habe sie angewiesen, immer höflich und freundlich zu bleiben und sie an die Firma zu verweisen, sich aber auf keinen Fall in Diskussionen verwickeln zu lassen. Vor dem Terminal wartet auf uns bereits ein Minibus. Gott sei Dank. Ich war schon besorgt, dass wir das Gezeter noch auf der Fahrt nach Frankfurt hätten ertragen müssen. Offenbar hatte aber auch hier jemand mitgedacht und ein Erbarmen für uns.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03:30 Uhr:</strong> Der Bus hat uns abgesetzt und wir strömen auseinander. Obwohl wir 5 Tage zusammen waren, fällt der Abschied sehr kurz und trocken aus. Wenig später sitze ich in meinem Auto und fahre aus dem Parkhaus. Ich habe die Fenster weit geöffnet: frische Luft.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:30 Uhr:</strong> Unsere Stammbäckerei hatte schon Licht. Ich habe angehalten und frage an der Hintertür nach ein paar frischen Brötchen. Die Familie wird sich freuen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:45 Uhr:</strong> Zuhause. Brötchen auf den Tisch und ab nach oben ins Bett. Das meine Frau knapp eine Stunde später aufsteht bekomme ich nicht mehr mit. Der Rest des Tages ist:</span></p>
<p><span style="color: #bb0303;"><strong>OFF </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg"><img class="size-full wp-image-237 alignleft" title="bitte nicht stören" src="http://www.piloten-tagebuch.de/wp-content/uploads/2012/04/bitte-nicht-stören.jpg" alt="" width="219" height="209" /></a></p>
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		<item>
		<title>04.06.2012: Stuttgart-Palma-Frankfurt(cxl)-Köln/Bonn</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 21:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[04.06.2012: STR-PMI-FRA(cxl)-CGN 10:00 Uhr: Trotz Schlafbrille und Ohrenstöpseln bin ich wach. Auf Joggen im Gewerbegebiet hab ich keine Lust. 11:00 Uhr: Meine Frau ruft an und fragt ob ich morgen Abend den Elternabend in der Schule wahrnehmen kann, ich sage zu. Offenbar gibt es ein paar Probleme mit dem Mathelehrer unseres Ältesten, auch andere Eltern [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #bb0303;"><strong>04.06.2012: STR-PMI-FRA(cxl)-CGN</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:00 Uhr:</strong> Trotz Schlafbrille und Ohrenstöpseln bin ich wach. Auf Joggen im Gewerbegebiet hab ich keine Lust.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>11:00 Uhr:</strong> Meine Frau ruft an und fragt ob ich morgen Abend den Elternabend in der Schule wahrnehmen kann, ich sage zu. Offenbar gibt es ein paar Probleme mit dem Mathelehrer unseres Ältesten, auch andere Eltern sind besorgt über den vielen Unterrichtsausfall und wie der Stoff vermittelt wird. Die letzte Mathearbeit muss wohl eine Katastrophe gewesen sein.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>13:00 Uhr:</strong> Ich habe im Hotel  ausgechecked. Zusammen mit meinem Copiloten und unserer Kabinenchefin sind wir bereits mit dem Hotelbus zum Terminal gefahren um etwas anständiges zu Essen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>14:50 Uhr:</strong> Wir treffen den Rest der Crew zum Briefing. Es geht nach Palma.Dann drei Stunden Pause vor Ort und dann zurück nach Frankfurt. Das Wetter ist in Ordnung, es sollte also alles nach Plan laufen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:30 Uhr:</strong> Wir sind an unserem Flieger, die Passagiere kommen. Wir sind bis auf den letzten Platz ausgebucht. Gut für die Firma, denke ich mir. Den ersten Flug führt meine Kollege durch, ich dann den Rückflug.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:55 Uhr:</strong> Planmässig stossen wir zurück und lassen die Triebwerke an. Dann rollen wir gemächlich zum Start, vor uns ist noch anderer Verkehr.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>16:05 Uhr:</strong> Wir sind in der Luft und nehmen Kurs nach Süd-West. Alles normal.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>17:40 Uhr:</strong> Alles prima gelaufen, wir befinden uns im Anflug auf die Ferieninsel. Es herrscht einiges an Verkehr hier. Aus allen Richtungen haben wir Maschinen auf unserem TCAS, die auch nach Palma möchten. Offenbar nutzen Viele noch die Vorsaison vor der Hauptferien- und Reisezeit.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>18:00 Uhr:</strong> Wir sind sicher gelandet und rollen zum Terminal. Allerdings ist unser Gate noch durch einen Kollegen blockiert, das heisst: wir müssen erst einmal warten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>18:10 Uhr:</strong> Der Kollege hat zurückgestossen und rollt los zum Start. Wir dürfen endlich andocken.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>18:30 Uhr:</strong> Wir fahren mit dem Bus in unsere &#8220;lokale Niederlassung&#8221;. Dort heisst es dann erst einmal: die Zeit bis zu unserem Rückflug totschlagen. Für einen Abstecher in die Stadt reicht es leider nicht. In Zwei Stunden müssen wir zu unseren Flieger.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>20:00 Uhr:</strong> Mein Diensthandy bimmelt, mir schwant Unheil&#8230; Der Flieger, den wir nach Frankfurt fliegen sollen, hatte leider ein technisches Problem und wird daher voraussichtlich erst zwei Stunden später als vorgesehen in Palma landen. Die Einsatzplanung überlegt noch, wie sie das Problem am Effektivsten im Interesse für die Passagiere lösen kann. Zwar stünde ein anderes Flugzeug zur Verfügung, jedoch handelt es sich dabei um einen Airbus, wir jedoch fliegen Boeing und dürfen deshalb den Airbus nicht fliegen. Mit der Verspätung bahnt sich ein weiteres Problem an: ab 23 Uhr gilt in Frankfurt das neue Nachtflugverbot. Das bedeutet wir müssen wahrscheinlich nach Köln ausweichen. Bin gespannt was uns da noch erwartet. Ich teile diese Neuigkeiten unserer restlichen Crew mit. Vorsorglich beschliessen wir zum Flughafen zu gehen und etwas zu Essen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>20:45 Uhr:</strong> Die Einsatzplanung hat eine Lösung ausgearbeitet: Wir übernehmen um 22:00 Uhr eine Boeing, die eigentlich für einen anderen Flug vorgesehen war und fliegen nach Köln. Von dort fahren wir mit einem Bus nach Frankfurt. Wird also ein langer Tag&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:15 Uhr:</strong> Wir übernehmen, sozusagen im fliegenden Wechsel, von den Kollegen das andere Flugzeug und beginnen sogleich mit der Flugvorbereitung. Nachdem die Putzkolonne durch ist, lassen wir die Passagiere einsteigen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:40 Uhr:</strong> Alle Türen sind zu, wir stossen zurück. Die Stimmung ist sowohl bei uns, als auch bei den Passagieren ziemlich gedämpft. Viele zeigen jedoch Verständnis, andere lassen ihren Unmut leider an den Kolleginnen in der Kabine aus. Ich hatte versucht noch vor dem Losrollen die Wogen etwas zu glätten und dabei darauf hingewiesen, dass diese Flugplanänderung auch für uns nicht gerade erquicklich ist. Na ja, im Prinzip kann man den Ärger der Passagiere ja verstehen. Sicherlich hätte die Firma sich einigen ärger ersparen können, wenn sie einige Passagiere auf den Flug um 22:15 Uhr sowieso planmässig nach Köln umgebucht hätte. Es wären zwar nur ein paar Minuten, aber die Psychologie macht es ja bekanntlich. Aber das ist ja nicht meine Sache, da sollen sich diejenigen drum kümmern, die dafür bezahlt werden.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:50 Uhr:</strong> Wieder in der Luft und schon auf nord-östlichem Kurs. Wir fliegen mit voller Leistung, es gilt jetzt an Zeit rauszuholen, was möglich ist.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>23:30 Uhr:</strong> In der Kabine gibt es Stress weil das Catering die vorbestellten Essen von einigen Passagieren nicht geladen hat. Solche Dinge passieren leider immer wieder, wenn es zu einem Wechsel des Flugzeuges kommt. Offenbar Lücken in der Kommunikation hinunter in alle von einem Wechsel betroffenen Abteilungen. Vermutlich waren die Essen auf unserer ursprünglichen Maschine geladen&#8230; Bei mir machen sich erste Anzeichen von Müdigkeit bemerkbar. Ich bin jetzt schon wieder 13, 5 Stunden auf den Beinen und eigentlich seit einer guten halben Stunde schon in Frankfurt, &#8211; eigentlich&#8230; Hoffentlich klappt in Köln alles mit den Bussen für die Passagiere und für uns. Ich will nur noch nach Hause. Ich unterrichte meinen Copiloten, dass ich für 15 Minuten nappen möchte und er mich dann bitte wieder wecken soll&#8230;Genau in diesem Moment fängt natürlich die Wackelei an&#8230;</span></p>
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		<title>03.06.2012: Stuttgart-Catania-Stuttgart</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jun 2012 21:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[03.06.2012: STR-CTA-STR 10:00 Uhr: Seit etwa einer Stunde bin ich wach, versuche aber einfach noch liegen zu bleiben. Das Frühstück ist hier eh nicht so berauschend, als dass ich etwas versäumen würde. Jetzt gilt es noch sechs Sunden bis zum Check-In hier in diesem reizenden Gewerbegebiet überbrückt zu bekommen. Die Stadt ist zu weit weg, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #bb0303;"><strong>03.06.2012: STR-CTA-STR</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:00 Uhr:</strong> Seit etwa einer Stunde bin ich wach, versuche aber einfach noch liegen zu bleiben. Das Frühstück ist hier eh nicht so berauschend, als dass ich etwas versäumen würde. Jetzt gilt es noch sechs Sunden bis zum Check-In hier in diesem reizenden Gewerbegebiet überbrückt zu bekommen. Die Stadt ist zu weit weg, um mal eben einen Bummel zu machen und auf Joggen zwischen Schwertransportern und LKW&#8217;s hab ich auch keine Lust. Also das üblich Programm: Laptop, Emails, TV, Buch&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>15:00 Uhr:</strong> Ich habe schon ausgechecked und bin auf eigene Kosten mit einem taxi zum Flughafen gefahren. Dort kann ich im Restaurant wenigstens was vernünftiges Essen. Das wird zwar vom Spesensatz bei weitem nicht gedeckt, aber auf ein weiches Brötchen in Klarsichthülle steht mir nun wirklich nicht der Sinn.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>16:00 Uhr:</strong> Crewbriefing. Auch den Kolleginnen und Kollegen merkt man allmählich an, dass ihnen der Umlauf inzwischen in den Knochen steckt. Kaum jemand hat wirklich gut geschlafen, alle wünschen sich am liebsten nach Hause. Noch eine Nacht in Stuttgart, morgen Nacht soll es dann wieder so sein.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>17:00 Uhr:</strong> Wir haben pünktlich die Genehmigung zum Push-Back und zum Anlassen der Triebwerke erhalten und machen uns auf den Weg nach Sizilien. Etwas mehr als 2 Stunden Flugzeit hat Kollega Bordcomputer berechnet, das Wetter auf der Strecke soll gut sein und bleiben.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>18:45 Uhr:</strong> Anflug auf Catania: Der Wind kommt aus dem Westen, dass heisst wir werden vom Meer her anfliegen. Auf dem kleinen Flughafen herrscht trotzdem einiger Verkehr um diese Uhrzeit. Seit geraumer zeit schon sehe ich auf meinem Bildschirm einen Airbus der Easyjet vor mir und wie es aussieht kommt von Südwesten noch eine Air Malta, die theoretisch noch zwischen die Easyjet und uns passen würde. In diesem Moment erhalten wir vom Lotsen die Anweisung unsere Geschwindkeit weiter zu reduzieren, das spricht dafür, dass die Air Malta vor uns eingefädelt werden soll. &#8220;Das klappt doch nie&#8230;&#8221; raunzt in diesem Moment mein Copilot.  Auch ich bin skeptisch. Am Funk hören wir, dass die Easyjet gerade die Landefreigabe bekommen hat. &#8220;Wir führen den Anflug erst einmal fort, wenn die Air Malta es nicht rechzeitig packt, machen wir sofort einen Go-Around.&#8221; sage ich an. In diesem Moment hat die Air Malta auf den Landekurs eingedreht und fliegt jetzt knapp nur 2 Meilen vor uns, und der Abstand verringert sich. Mir wird das zu eng. &#8220;Wir machen einen Go-Around! Flaps 15.&#8221; sage ich in diesem Moment und betätige den TO/GA Schalter an den Gashebeln, der mir sofort und automatisch die Triebwerke auf vollen Schub stellt. Auch mein Copilot regiert sofort: Er setzt die Klappen zurück auf 15 Grad und funkt: &#8220;Catania, European Airways is going around. Request vectors for new approach Runway 08.&#8221; Der Lotse ist etwas konstaniert, aber er hat es wohl auch kommen sehen, dass dies keine gute Idee gewesen ist. Die Air Malta hätte genau so gut auch hinter uns einschwenken können. Für uns heisst das eine Ehrenrunde drehen. Wir haben eine positive Steigrate: &#8220;Gear up!&#8221; sage ich und mein Copilot stellt den Hebel wieder nach oben auf &#8220;Einfahren&#8221;. Wir erhalten die Anweisung eine ausgedehnte Linkskurve zu fliegen. &#8220;Machst Du bite ne kurze Ansage?&#8221; bitte ich meinen Co. &#8220;Klar, no problem!&#8221; erwidert dieser und informiert die Passagiere und auch die Kollegen in der Kabine, damit sie nicht besorgt sind.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>19:00 Uhr:</strong> Jetzt sind wir wieder da, wo wir eben schon einmal waren: auf einem Short Final zur Runway 08 in Catania und wir haben sogar schon die Landefreigabe erhalten! Diesmal geht alles glatt. Kurz darauf setzten wir sanft auf. 5 Minuten später stehen wir an einem der sechs Finger zum Hauptgebäude und stellen unsere Triebwerke ab. Ich beschliesse mir etwas die Beine zu vertreten und nutze die Gelegenheit das mit einem Outside-Check zu verbinden. Genau neben uns steht die Air Malta. Auch der Kollege ist die Treppe runtergekommen: &#8220;Sorry for that!&#8221; entschuldigt er sich, obwohl ihn ja gar keine Schuld trifft. Wenn hier jemand dafür verantwortlich ist, dass wir ne Ehrenrunde gedreht haben, dann ist es der Lotse. &#8220;Never mind!&#8221; antworte ich knapp zurück. Es entspinnt sich ein kurzer Talk über die manchmal etwas wirren Situationen in Italien. Tja, an manchen Orten gehen halt die Uhren anders&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>20:00 Uhr:</strong> Wir haben alle unsere Passagiere an Bord und dürfen zurück stossen. Fast gleichzeitig wird auch die Air Malta zurückgestossen. Allerdings hat der Wind gedreht und kommt jetzt vom Meer her. Das heisst, wir werden in die Gegenrichtung starten und da wir diesmal vor den Kollegen sind, werden wir auch vor ihnen starten. &#8220;Wenigstens ausgleichende Gerechtigkeit.&#8221;, bemerkt dazu mein Copilot. Kurz darauf sind wir wieder in der Luft und nehmen Kurs nach Norden. Diesmal meint Kollege Computer, dass wir 2 Stunden 15 bis nach Stuttgart brauchen, also in 3 Stunden sind wir wieder in unserem einheimelnden Quartier im Gewerbegebiet&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:18 Uhr:</strong> Wir haben unseren elektronischen Kollegen eines Besseren belehrt: Dank zwei Abkürzungen, die uns die Flugsicherung zugewiesen hat, haben wir 3 Minuten früher als geplant in Stuttgart wieder aufgesetzt.Irgendwie irgendwo noch eine Kleinigkeit essen und ein kleines Bierchen wäre jetzt schon was Feines. Aber: no way. Also auf&#8217;s Zimmer, TV und dann schlafen. Am nächsten Tag ist um kurz vor 15 Uhr Checkin und es geht zur Abwechslung mal nach Palma de Mallorca.</span></p>
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		<title>02.06.2012: Stuttgart-Barcelona-Hamburg-Stuttgart</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 21:11:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[02.06.2012: STR-BCN-HAM (Pause) HAM -STR 04:20 Uhr: Mein Wecker muss wohl schon eine Weile gepiept haben, doch irgendwie habe ich ihn noch in meinen Traum eingebaut. Jetzt, als das Telefon klingelt, werde ich schlagartig wach. &#8220;Guten Morgen &#8211; Ihr Weckruf!&#8221; sagt mir die automatische Stimme. Tja manchmal sind Redundanzen auch im ganz normalen Leben gut [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #bb0303;"><strong>02.06.2012: STR-BCN-HAM (Pause) HAM -STR</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:20 Uhr:</strong> Mein Wecker muss wohl schon eine Weile gepiept haben, doch irgendwie habe ich ihn noch in meinen Traum eingebaut. Jetzt, als das Telefon klingelt, werde ich schlagartig wach. &#8220;Guten Morgen &#8211; Ihr Weckruf!&#8221; sagt mir die automatische Stimme. Tja manchmal sind Redundanzen auch im ganz normalen Leben gut und wichtig. Raus aus dem Bett und unter die Dusche. Die bewährte Kaltwasser-Methode zeigt schnell Früchte.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:45 Uhr:</strong> wieder nur ein rudimentäres Basisfrühstück, klar so früh hat kein Frühstücks-Büffet geöffnet. Zwar sollen wir heute Abend wieder hier sein, aber wir nehmen trotzdem unsere Koffer mit, &#8211; man weiß ja nie wohin es einen an so einem Tag verschlägt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>05:20 Uhr:</strong> Wir sitzen wieder im Bus auf dem Weg zum Flughafen. Der heutige Tag hat es in sich: um 06:50 Uhr geht es nach Barcelona, wo wir um 08:40 Uhr landen sollen. Dann genau eine Stunde später fliegen wir nach Hamburg wo wir gegen Mittag sein sollen. Dann aber kommt das Fiese an diesem Umlauf: eine Pause bis 20:50 Uhr in Hamburg! Dann sollen wir wieder nach Stuttgart fliegen und da um 22:10 Uhr landen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">&#8220;Splitt-Duty&#8221; oder auch &#8220;geteilter Dienst&#8221; heisst diese nette Nuance in der Einsatzplanung. Aber: alles legal, darf so gemacht werden, sogar mit dem offiziellen Segen des Luftfahrt-Bundesamtes, also was sollte unseren Arbeitgeber daran hindern, das nicht auch auszuschöpfen? Er braucht uns Morgen in Stuttgart und wenn wir selber fliegen sind wir sogar noch produktiv, wohingegen wir bei einem Proceeding Kosten verursachen würden. &#8211; Allerdings frage ich mich, ob die Damen und Herren die sich so etwas ausdenken, wirklich davon überzeugt sind, dass wir uns in der Pause richtig erholen können und dann wieder voll fit für den nächtlichen letzten Flug sind? Aber was frag ich, die haben vermutlich von der Fliegerei soviel Ahnung wie eine Kfz-Mechaniker vom Bienenzüchten und ausserdem lassen sich solche Dinge ja in der sicheren Umgebung am Schreibtisch vortrefflichst verbrechen, &#8211; Pardon, &#8211; aushecken.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>05:40 Uhr:</strong> Wir sind am Flughafen angekommen und begeben uns zum Briefing. Mein Copilot und ich sind uns über die Aufteilung der ersten beiden Flüge klar. Über den Abendflug entscheiden wir mit einer Münze: ich habe Adler gewählt und &#8230; leider gewonnen! Wunderbar. Hoffentlich kann ich in dem Hotelzimmer direkt am Flughafen in Hamburg auch ein paar Stunden schlafen, sonst wird die Nummer heute heikel.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:50 Uhr:</strong> Pünktlich auf die Sekunde sind wir los gerollt und auch die Nächsten auf der Startbahn.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>07:30 Uhr:</strong> Wir sind über der Schweiz und unter uns bieten die Alpen einen wirklich atemberaubenden Anblick. Allerdings haben wir in ein paar Minuten mit einem etwas heftigeren Gegenwind zu rechnen, was uns eine &#8211; sehr geringfügige Verspätung von 3 Minuten gegenüber der ursprünglich geplanten Flugzeit einbringt. Doch damit lässt sich leben. Es geht dann noch ein Stück über Süd-Frankreich, dann raus aufs Meer und ziemlich direkt auf Barcelona zu.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:20 Uhr:</strong> Schon vor 5 Minuten haben wir unseren Sinkflug begonnen und vor uns taucht das spanische Festland auf. Das Wetter ist gut, in Barcelona ist allerdings viel Verkehr und wir erhalten von der Flugsicherung Verzögerungsvektoren, damit sie uns besser in den anderen anfliegenden Verkehr einreihen können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:46 Uhr:</strong> &#8220;Olé!&#8221; &#8211; sicher aufgesetzt, hinten wird geklatscht, offenbar haben wir einige Touristen an Bord. Jetzt beginnt unser Taxi über den Flughafen, da unser Gate natürlich am völlig anderen Ende liegt. </span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:55 Uhr:</strong> Die Triebwerke sind aus, wir haben angedockt, die Tür geht auf und unsere Passagiere stürmen ungeduldig raus. Ich nutze die Gelegenheit um erst einmal in Ruhe den Waschraum aufzusuchen. Als ich diesen wieder verlasse steht unser Ramp-Agent vor mir. Der Flug sei leider überbucht, und es wären noch ein paar Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die auf ihrem Standby-Status gerne noch mit nach Hamburg würden. Auch Gestern wären sie schon nicht mitgekommen und für die weiteren Flüge mit der Firma am heutigen Tag sähe es leider auch nicht besser aus. &#8211; Ob wir eventuell noch jemandem im Cockpit mitnehmen würden? &#8211; Ich sage ihm, dass ich das natürlich erst mit meinem Kollegen besprechen müsste, aber prinzipiell wäre ich damit einverstanden. Allerdings wüsste ich gerne vorab, um wen es sich handelt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:00 Uhr:</strong> Auch mein Copilot hat keine Einwände und so stimmen wir zu, das Cockpit auf dem Flug nach Hamburg noch mit zwei Kollegen zu teilen. Dabei handelt es sich um einen jungen Kollegen und eine Flugbegleiterin. Kurz darauf erschein auch die ersten Passagiere.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:40 Uhr:</strong> Wir sitzen jetzt zu Viert im Cockpit, dass eigentlich ja nur für Zwei ausgelegt ist. Im Prinzip könnten wir los, aber der Lotse scheint uns entweder vergessen zu haben oder er hat was gegen uns&#8230; Jedenfalls haben wir schon drei Mal nachgefragt und bekamen immer wieder nur ein kurzes &#8220;Standby!&#8221; zurück.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:45 Uhr:</strong> Der Lotse hat sich unser erbarmt  und wir dürfen zurückstossen und die Triebwerke anlassen. Die Flugzeit hat unser allwissender Kollege Computer mit nur 2 Stunden und 5 Minuten berechnet, dank eines ganz ansehnlichen Rückenwindes. 10 Minuten später sind wir in der Luft und fliegen auf das Meer hinaus.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:30 Uhr:</strong> Die beiden Kollegen im Cockpit sind sehr angenehm. Es ergibt sich eine kurze Diskussion über unsere tolle &#8220;Splitt-Duty&#8221;. Der Kollege, selber in Hamburg stationiert, hatte solche Umläufe jetzt auch schon öfter erlebt. Wir stimmen überein, dass die Firma offenbar versucht mit allen Mitteln versucht, dass Maximum an Flexibilität für ihre Flotten aus uns heraus zu holen und die Proceedings zu minimieren. Wenn allerdings die neuen Regelung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, der EASA so durchkommen, wie sie jetzt auf dem Tisch liegen, wird das wohl noch häufiger der Fall sein. Immerhin ist es dann sogar möglich, dass wir den Dienst für mehrere Stunden irgendwo unterbrechen sollen, ohne dass uns die Firma ein Hotelzimmer stellen muss. Vermutlich, so spekulieren wir, freuen sich dann die Cafés an den Flughäfen, weil dort dann wartenden Piloten die Kundschaft verstärken. &#8211; Auch eine Art, die Wirtschaft anzukurbeln&#8230; Allerdings erwarten uns noch größere &#8220;Hämmer&#8221; in Bezug auf die für die Airlines großzügige Gestaltung des reinen Bereitschaftsdienstes, des Standby&#8217;s. Hier kann es besonders für die Langstreckenflüge sehr kritisch werden, je nachdem, wann man aus dem Standby gerufen wird und den Dienst antreten soll. Denn natürlich gehen die EASA Regelungsmodelle immer davon aus, dass ein Pilot, wird er aus dem Standby aktiviert, sozusagen gerade erst aufgestanden und somit top-fit ist. &#8211; Ein Wunschdenken, wie jeder von uns weiß, aber so denken sich die EU Bürokraten das halt.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>11:45 Uhr:</strong> Ein sehr unspektakulärer Flug geht zuende: Vor uns liegt Hamburg, wir sind im Sinkflug, alles läuft rund. Zum Glück ist Mittags in Hamburg nicht soviel los, irgendwie macht sich doch eine gewisse Müdigkeit breit. Kein Wunder, das frühe Aufstehen in den letzten Tagen fordert jetzt allmählich seinen Tribut.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:00 Uhr:</strong> Wir stehen pünktlich am Gate und beeilen uns aus dem Cockpit zu kommen, denn ab jetzt zählt schon unsere Pausenzeit. Die üblichen 30 Minuten Nacharbeiten gibt es erst heute Abend in Stuttgart. Die versammelte Truppe macht sich auf den Weg ins nahegelegene Hotel, das Radison Blue Airport Hotel.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>13:00 Uhr:</strong> Keine Lust auf Essen, ich versuche mich gleich ins Bett zu legen. Hier gibt es wenigstens 24 Stunden Full Service. Ich bestelle mir also meine Mittag- Abendessen-Kombination zum Wecken für  18:30 Uhr. Obwohl das Hotel in unmittelbarer Nähe zum Flughafen liegt, ist es ganz hervorragen. Kaum Lärm, die Zimmer lassen sich völlig verdunkeln und so schlafe ich dann auch schnell, tief und fest.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>17:30 Uhr:</strong> Ich bin von alleine wach wieder geworden. Noch dreieinhalb Stunden bis zum Flug. Erst einmal duschen, kann nicht schaden um den Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen. Dann werfe ich das Laptop an und erledige ein paar Emails, schliesslich klopft es auch schon und der Zimmerservice bringt mir meine Essen. Mein Magen hat auch schon ein paar Mal inzwischen lautstark bemerkbar gemacht. Gesund ist das sicherlich nicht, aber was soll&#8217;s?</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>19:30 Uhr:</strong> Ich habe bereits ausgechecked und vertrete mir noch etwas die Beine vor dem Hotel. Die frische Abendluft tut gut. Dann kommt der Shuttle und es geht zum Flughafen. Bin ich wirklich fit? &#8211; Ehrlich gesagt ich weiss es nicht, aber den knapp einstündigen Flug nach Stutgart werde ich ja wohl auch noch überstehen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>20:55 Uhr:</strong> Mit nur knapp 50 Passagieren an Bord stossen wir zurück, lassen die Triebwerke an und machen uns auf den Weg.Um kurz nach 21:00 Uhr heben wir ab und nehmen direkten Kurs nach Süden. Allein wegen des Hotels, da sind sich mein Kollege und ich einig, wären wir eigentlich viel lieber in Hamburg geblieben. Doch solche Dinge spielen bei der Crewplanung, die unsere Dienstpläne jeden Monat festlegt, natürlich nur eine sehr untergeordnete Rolle. Jedenfalls ist das Mercure Airport Hotel mit dem hier in Hamburg keinesfalls vergleichbar. Weder vom Standart noch von der Lage, denn es liegt leider mitten in einem sonst recht trostlosen Gewerbegebiet.  Das heisst: heute Abend noch irgendwo weggehen ist nicht&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>22:10 Uhr:</strong> Stuttgart hat uns wieder. Irgendwie bin ich froh, dass dieser (Dienst-) Tag vorbei ist. Morgen geht es dann erst um 17 Uhr weiter, also 16:00 Uhr Check-In und Briefing.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>23:00 Uhr:</strong> Wieder auf  &#8221;Zelle&#8221; in unserem, mit Verlaub, &#8220;gewöhnungsbedürftigen&#8221; Crew-Hotel. Es gibt jetzt nur ein Problem: Ich bin nicht so müde, dass ich jetzt schlafen könnte&#8230;</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>01.06.2012: Stockholm &#8211; Berlin &#8211; Stuttgart</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jun 2012 21:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Charly Over</dc:creator>
				<category><![CDATA[Charly's Tagebuch Einträge]]></category>

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		<description><![CDATA[01.06.2012: ARN-TXL-STR 03:30 Uhr: Der Wecker. Ich brauche einige Zeit bis ich so allmählich wieder beisammen bin. Eine kalte Dusche sorgt dann für den Rest. 04:00 Uhr: ein rudimentäres Frühstück, eher als Lunchpaket zu bezeichnen, ist schnell in meinem Magen gelandet. Dann heisst es ebenso schnell die Flugdaten auf das Laptop runterladen, auschecken und runter [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #bb0303;"><strong>01.06.2012: ARN-TXL-STR</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>03:30 Uhr:</strong> Der Wecker. Ich brauche einige Zeit bis ich so allmählich wieder beisammen bin. Eine kalte Dusche sorgt dann für den Rest.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:00 Uhr</strong>: ein rudimentäres Frühstück, eher als Lunchpaket zu bezeichnen, ist schnell in meinem Magen gelandet. Dann heisst es ebenso schnell die Flugdaten auf das Laptop runterladen, auschecken und runter vor das Hotel, auf den Shuttlebus waren.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>04:30 Uhr:</strong> Der Bus ist pümktlich und es geht zum Flughafen. Die Stimmung unter den Kollegen im Bus ist mässig, jeder versucht noch eine Mütze Schlaf zu erhaschen. Bis vor kurzem müssen sich heftigste Regenschauer auch hier ergossen haben.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>05:15 Uhr:</strong> Arlana Airport. Im Coffeeshop ist noch Zeit für einen schnellen Espresso und ein Lachsbrötchen. Das komplettiert das rudimentäre Frühstück von vorhin. Dann geht es zum Gate.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>05:45 Uhr</strong>: Briefing im Flieger, Outside-Check, Flugplanung,  dann  ist auch schon Zeit für&#8217;s Boarding. Full house heute morgen nach Berlin.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:20 Uhr:</strong>Eigentlich ist jetzt unsere Zeit zum loslegen, aber es sind noch nicht alle Passagiere da. 4 fehlen noch, sie wurden schon zwei Mal ausgerufen&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:30 Uhr:</strong> Die werten Gäste sind eingetrudelt und haben Platz genommen. Wir sind bereit zum Pushback, warten aber noch auf die Freigabe.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:35 Uhr:</strong> Unser Flieger wird zurückgeschoben. Aber offenbar ist er auch noch nicht so ganz wach&#8230; Das linke Triebwerk will nicht starten. Mein Kollege und ich vermuten ein Problem in der Elektrik. Wir rollen zurück ans Gate, über Funk bitte ich einen Techniker zu kommen und informiere über das Diensthandy unsere Firma. &#8220;Wie lange dauert es denn wohl ?&#8221; fragt &#8220;Mandy&#8221; mit naiver Quäkestimme am anderen Ende. Mir rutscht irgendso eine blöde Bemerkung raus wie: &#8220;Wenn ich Hellseher wäre, müsste ich jetzt nicht in dieser Kiste sitzen&#8230;&#8221; &#8211; Sie kann ja nix dafür, aber so ein Frage ist wirklich mehr als unbeantwortbar, bevor sich der Techniker alles angesehen hat. Mein Co und ich tauschen ein paar skeptische Blicke aus. Keine so tolle Vorstellung, wenn wir jetzt wegen eines kaputten Fliegers unseren Aufenthalt in Schweden unfreiwillig verlängern müssten. Aber mit einem Triebwerk können wir nun wirklich nicht fliegen gehen. Das ist nun mal eine unverrückbare Tatsache.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>06:50 Uhr:</strong> Der Techniker ist da und wir gehen gemeinsam die Startsequenz für das Triebwerk durch und wie sich die Sache für uns dargestellt hat. Dann verschwindet der freundliche Zeitgenosse und öffnet die Triebwerksabdeckung. Auch er vermutet etwas Elektrisches als Ursache. Ich mache eine Ansage und informiere unser Passagiere über die unfreiwillige Verspätung. Na ja, der Tag fängt ja gut an&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>07:15 Uhr:</strong> Der Techniker ist zurück im Cockpit. Er hat den Fehler glücklicherweise schnell gefunden, und es war ohne größere Reparaturen zu beheben. Offenbar ein Problem zu dem die hohe Feuchtigkeit am Morgen beigetragen hat. Wir erhalten die Genehmigung zum Pushback für einen erneuten Versuch. &#8220;Do you think you will make it to the runway this time?&#8221;, fragt der Lotse schelmisch über den Funk. &#8220;We will try our best this time!&#8221; antwortet mein Copilot wie aus der Pistole geschossen. Na ja, wenigstens ist er hell wach.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>07:20 Uhr:</strong> Heureka! Alles funktioniert. Mit einer Stunde Verspätung rollen wir zur Startbahn. Mein Kollege informiert die Firma über mein Diensthandy, denn ich muss den Flieger beim Rollen lenken.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>07:30 Uhr:</strong> Wir sind gestartet und nehmen Kurs nach Berlin. Vorraussichtliche Flugzeit: 1 Stunde 20 Minuten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:45 Uhr: </strong>Landeanflug auf Tegel. Wir haben alles aus unseren beiden Düsen rausgeholt, was drin war um die Verspätung möglichst zu reduzieren. Aber es sind nur ein paar Minuten. Für einige Fluggäste trotzdem ärgerlich, denn sie haben Ihre Anschlussflüge verpasst, einige sollten sogar auf eine Langstreckenflug, der gerade vor uns abhebt. Darum müssen sich jetzt unsere &#8220;freundlichen Kollegen&#8221; am Boden kümmern.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>08:50 Uhr:</strong> Wir sind am Boden und rollen zur Parkposition. Wegen unserer Verspätung haben wir kein Gate, sondern nur einen Aussenposition. Nicht so dolle, denn es setzt gerade ein heftiger Regenschauer ein&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:15 Uhr:</strong> Als endlich alle Passagiere von Bord sind, jagt auch schon die Reinigungskolonne durch den Kabine. Der Flight-Manager ist etwas nervös, offenbar gibt es heute gleich mal wieder mehrere Verspätungen, was seine Laune nicht gerade hebt. Klar, er und seine Kollegen müssen trotzdem zusehen, dass sie ihr Pensum durchbekommen und das sind mitunter dann immer Flüge die zur gleichen Zeit abgefertigt werden müssen. Unser eigentlich Abflugzeit nach Stuttgart war eigentlich vor 30 Minuten. Das wird wohl noch etwas dauern.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>09:30 Uhr:</strong> Unsere Passagiere kommen mit dem ersten von zwei Bussen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:00 Uhr:</strong> Eigentlich sollten jetzt alle Passagiere an Bord sein, aber wir hatten noch ein paar freie Plätze und die Firma hat uns noch ein paar Passagiere zugeteilt, die wegen einer anderen Verspätung auch ihre Anschlüsse verpasst hatten und jetzt über Stuttgart umgebucht wurden. Diese werden gerade von einem weiteren Bus geholt. Erneut setzt heftiger Regen ein&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:10 Uhr:</strong> Wir sind dann soweit und dürfen los. Diesmal ist es der Flugabschnitt meines Copiloten, ich bin reduziert auf die Verantwortung und die Aufsicht und bediene den Funk.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:18 Uhr:</strong>  Unser Flieger ist in der Luft und wir stossen in die dunklen Wolken vor uns. Das schöne ist: wenn wir oben wieder raus kommen haben wir schönsten Sonnenschein, doch bis es soweit ist, wird es noch heftig wackeln.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>10:30 Uhr:</strong> Endlich sind wir durch das Schlimmste durch und es wird ruhiger. Vor uns liegt gleissend die Sonne. Unser Flugmanagement-System zeigt an, dass wir in 51 Minuten in Stuttgart landen sollen. Ansonsten alles Routine.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>11:20 Uhr:</strong> Gleich werden wir aufsetzen. Zum Glück ist das Wetter hier nicht so unangenehm wie in Berlin. Der Kollege legt eine saubere Landung hin &#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:00 Uhr:</strong> Wir stehen im Flughafengebäude beisammen und formieren uns zu unserem Weg zum Bus. Für heute ist Feierabend, es geht ins Hotel. Die Nacht ist wieder etwas kürzer als sonst, denn Morgen um 5:50 Uhr ist bereits Check-In für unseren nächsten Flug. Da der nächste Tag eine recht unangenehme Besonderheit birgt, ist es wichtig heute sehr zeitig ins Bett zu kommen. Wobei, jeder Wissenschaftler und Schlafmediziner kann einem ellenlange Vorträge darüber halten, warum &#8220;Vorschlafen&#8221; im Prinzip nicht gegen Müdigkeit schützt. Nun ja, die Firma sieht das anders, bzw. sie tut ja nur das, was ihr schon heute die Gesetze und Vorschriften erlauben.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>12:30 Uhr:</strong> Endlich im Hotel, nur die Zimmer sind jedoch noch nicht fertig. Ein Teil der Crew beschliesst erst einmal etwas Essen zu gehen, ich schliesse mich an. Das Frühstück ist ja auch schon eine Weile her.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>14:30 Uhr:</strong> So jetzt wäre  eigentlich eine ideale Zeit für ein Mittagsschläfchen. Aber wenn ich mich jetzt hinlege, komme ich nachher nicht ins Bett. Also wach bleiben, Emails beantworten und ein wenig surfen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>19:30 Uhr:</strong> Nach zwei längeren Taxifahrten und einem leichten und frühen Abendessen bin ich wieder in meinem Zimmer. So richtig müde bin ich nicht. Ich telefoniere noch ausgiebig mit der Familie zuhause, dann widme ich mich meinem Buch. Himmelherrgott, ich werde aber einfach nicht müde&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>20:00 Uhr:</strong> Ich schalte das TV an, schaue Tagesschau und zappe dann lustlos durch die Kanäle. Ich liege im abgedunkelten Zimmer, im Bett, doch an Einschlafen ist nicht zu denken&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>23:30 Uhr:</strong> - Irgendwann muss es dann doch geklappt haben&#8230; Das Flimmern des Fernsehers hat mich wieder geweckt. Ich schalte das Gerät aus und versuche sofort wieder einzuschlafen&#8230;</span></p>
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