27.04.2012 Chicago-Frankfurt
27 Apr
27.04.2012 ORD-FRA:
00:30 Uhr: Die Müdigkeit macht sich wieder bemerkbar. Wir diskutieren das offen im Cockpit, sie ist bei uns Beiden recht groß. Ich lasse dem First Officer den Vortritt beim Napping. In den nächsten 3 Stunden wechseln wir uns ständig ab mit Napping, sonst würden wir die Nacht sicher nicht überstehen. Zum Glück verläuft alles routinemässig und ruhig.
04:00 Uhr: Wir haben Europa erreicht und es ist schon recht viel los so früh am Morgen.
04:50 Uhr: Wir beginnen den Anflug auf Frankfurt. Das Wetter ist o.k., allerdings mit starkem Seitenwind. Meine Landung ist für meinen Müdigkeitsgrad noch ganz ordentlich, – zumindest habe ich beim Aufsetzen nichts kaputt gemacht, zufrieden bin ich mit meiner eigenen Leistung aber nicht.
05:10 Uhr: Wir gehen pünktlich On Blocks. Schreibkram erledigen und raus aus der Kiste. Will nur noch nach Hause.
05:25 Uhr: Wie so oft warten wir mal wieder nur noch auf unseren Crewbus.
05:40 Uhr: Ankommen in der Firma, Postfach Check, nichts weltbewegendes Neues, also schnurstracks zum Parkplatz und weg von hier.
05:55 Uhr: Ich sitze im Auto. Muss mich sehr konzentrieren, damit ich jetzt keinen Fehler mache. Ich bin schon wieder 18 Stunden wach und habe jetzt noch anderthalb Stunden Fahrt im morgendlichen Berufsverkehr vor mir.- Aber das ist ja mein Problem, ich könnte ja auch direkt neben der Firma wohnen. Morgen habe ich frei, den Tag brauch ich dringend, um wieder zu regenerieren. Hoffentlich spielt die Familie mit… – Mal sehen.

Also lieber Kollege: das kommt mir alles nur zu bekannt vor. Bei uns ist es dann nach so einem Trip so, dass sie Dich dann auch schon mal gerne nach dem OFF Tag in die andere Richtung schicken. Irgendwann rutscht der Körper dann auf dem Zahnfleisch. Als ich so Anfang 30 war, hab ich das noch ganz gut weggesteckt, aber leider werden wir ja alle auch älter.
Wie sagte mein damaliger Ausbilder immer: “Augen auf und durch!”.
Weiter so, ich glaube, dass muss einfach mal an die Öffentlichkeit, damit es die Damen und Herren, die immer für möglichst kleines Geld von A nach B wollen und denen das “wie und warum” dabei so ziemlich egal ist auch kapieren, was hier eigentlich hinter dem Deckmäntelchen “Kostenreduktion und Produktivitäts-Optimierung” abgeht.
happy landings
Line-Schwein
Tja, die guten Leute in Brüssel vergessen leider, dass sie es mit biologischen Systemen und nicht mit Komputern zu tun haben! Schade eigentlich!
Das vergessen die guten Leute nicht nur in Brüssel. Ausgedacht haben sich den Mist ja die lieben Repräsentanten der europäischen Airlines (deren Lobby Verband nennt sich AEA mit Sitz in Brüssel, geführt wird der von einem Deutschen, einem gewissen Herrn Schulte-Strathaus und der war in seinem vorigen Berufsleben Jurist bei Lufthansa) und die Damen und Herren in Köln bei der EASA…
Wenn die lieben Repräsentanten der AEA ihre Lobbyarbeit doch mal in Berlin gemacht hätten, als es um um die Ticketsteuer ging.
Tja, da waren Ihre Aufmerksamkeit wohl voll und ganz von der EASA und den neuen Flugdienstzeiten absorbiert…
Könnte wortgleich von mir sein. Oft ist die Müdigkeit dann am größten, wenn man’s gar nicht brauchen kann: Im Anflug, wo man ewig lang mit 220 Knoten in 5000 Fuß über Südhessen oder die Pfalz hinwegfliegt.
Tja, und dann gibt es noch die lieben Kollegen bei LTU/Air Berlin die kommen bei Zeiten in diesem Zustand auch mal soeben über Berlin, solange es noch nach TXL geht….
Wie kommt es, dass der Rückflug nur zu Zweit zurückgeht? Ändert sich an der Destination oft die Cockpit Crew?
Danke für die Antwort
Hallo Flo.
Die Frage ist berechtigt, denn es ist bei vielen Airlines ganz unterschiedlich.
Bei Lufthansa z.B. richtet sich die Frage ob enlarged oder nicht nach der Flugstrecke gemäß der Großkreisdistanz. Hier gilt: bei jedem Flug der verstärkt geflogen wird, ist das in beide Richtungen der Fall.
Bei Lufthansa Cargo richtet es sich nach der Flugdienstzeit. Da Du auf dem Rückweg nach Deutschland Rückenwind hast, wird die Flugdienstzeit kürzer, also kann man unter solchen Umständen mit zwei Piloten fliegen.
Andere Airlines wenden die EU-OPS an, da gilt dann auch die reine Flugdienstzeit.
Dadurch bedingt kann sich die Zusammensetzung der Cockpit Crew bei manchen Airlines ändern, ja.
Danke für die Antwort
Der FO oder SFO fliegt dann Dead Head nach Hause oder erst später mit einer anderen Besatzung?
Also danke noch einmal und hoffentlich erreicht ihr eine Verbesserung eurer Situation!
Zum Beispiel, oder er proceeded zu einem anderen Flughafen und verstärkt dort dann eine Crew. Hängt ganz von Strecke und der Planung der Umläufe ab.
richtig toller arkteil. ich glaube da spielt wieder ein bischen mit ein, dass man zu vieles als gegeben hinimmt. erst wenn sich die eigene situation e4ndert und man damit konfrontiert wird, erkennt man den wahren gehalt. na denn, auf gute freund und ein bischen geld